Bonn

Neuer Lesekreis für „Das Kapital“ von Karl Marx in Bonn!

1. Treffen am Samstag, 12. März 2016, 14:00 – 18:00 Uhr.
Linkspartei-Büro, Vorgebirgsstr. 5, 53111 Bonn

Die ökonomische Theorie von Karl Marx ist nur oberflächlich bekannt und wird oft als unzeitgemäß und veraltet bezeichnet. Wir wollen zeigen, dass die „Kritik der politischen Ökonomie“ auch heute noch viel beitragen kann, um die Gegensätze der heutigen Zeit zu analysieren.

Marx behandelte in seinen drei Büchern das System der kapitalistischen Ökonomie. Im ersten Band stellte er das Kapital in seiner produktiven Form dar, wie es in der Produktion dafür sorgt, dass sich seine Vorschüsse in Rohstoffe, Technik und Lohn auch am Ende zu einem Überschuss entwickeln. Es geht also um das industrielle Kapital mit seiner Massenproduktion und dem Zweck, aus Geld mehr Geld zu machen.

Im zweiten Band zeigt Marx, wie der Markt, die Zirkulation aller Waren und ihre Umsetzung in Geld, die gesamte gesellschaftliche Reproduktion beherrscht und zu ständigen Störungen der Geldumwandlung der Überproduktion führt und damit des gesellschaftlichen Stoffwechsels insgesamt. Da die kapitalistische Produktion zwischen Markt (als der gesellschaftlichen Vermittlung von Waren) und Produktion (als der Privatproduktion von Besitzern an Produktionsmitteln) trennt, existiert der Zusammenhang nur in der negativen Form der sich wechselseitig ausschließenden Konkurrenz.

Wie diese Konkurrenz im Handeln der Einzelkapitale abläuft, die im Kampf um den Extraprofit ständig rationalisieren und sich wechselseitig Marktanteile abjagen – alles auf Kosten der Arbeiter und Angestellten -, das zeigt Marx im dritten Band, wo er auch das Handelskapital und Finanzkapital analysiert. Schon damals hat er um die Notwendigkeit der Finanzspekulation gewusst, die in ihrem Heißhunger nach Geldvermehrung sich die gesamte Produktion unterwirft und ihre Ansprüche mit und ohne Krise und mit tatkräftiger Hilfe der Politik durch die Verarmung der Massen durchsetzt.

Diese Verarmung ist heute anschaulich in allen Metropolen der kapitalistischen Produktion zu sehen. Amerika: 50 Mill. Arme, Europa: 16 Mill. Arbeitslose, China: 200 Mill. Wanderarbeiter und in den Rohstoffländern Arbeitslosenquoten von über 50 Prozent und ständige Hungersnöte. All das ist notwendig, sagt Marx, weil die Wirtschaft den Geldzweck hat.

Auf dem Tagesseminar wollen wir in die Analyse des produktiven Kapitals einführen, also einen Überblick über den ersten Band – „Der Produktionsprozess des Kapitals“ – geben. Wir wählen einzelne Stellen aus dem ersten Band aus, die wir dann diskutieren wollen.

Teilnehmer müssen keine Vorkenntnisse haben. Teilnehmer sollten aber den ersten Band des Kapitals mitbringen. Wir zitieren aus der Ausgabe des Dietz Verlages.

Diese Lesegruppe wird organisiert von:

Gruppe Gegeninformation Bonn
www.gegeninformation.org
kapitalseminar@gegeninformation.org